{"id":633,"date":"2003-05-01T16:19:22","date_gmt":"2003-05-01T15:19:22","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/lqmusic-wp\/unkategorisiert\/steve-skaith-on-mexile\/"},"modified":"2019-08-06T21:42:08","modified_gmt":"2019-08-06T20:42:08","slug":"steve-skaith-zu-mexile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.latinquartermusic.com\/de\/neu\/interviews\/steve-skaith-zu-mexile\/","title":{"rendered":"Steve Skaith zu Mexile"},"content":{"rendered":"<p>Nach sechsj\u00e4hriger Abwesenheit kehrt Steve Skaith mit einer neuen Band und dem neuen Album &#8218;Mexile&#8216; (erschienen auf Pl\u00e4ne Records) zur\u00fcck. Der ehemalige Frontmann der englischen Popgruppe Latin Quarter tat sich mit Musikern in Mexiko zusammen und produzierte ein Album, randvoll mit eing\u00e4ngigen Melodien und intelligenten Texten. Obwohl es in Mexiko aufgenommen wurde, h\u00e4lt es an Altbew\u00e4hrtem fest. Ob dieses Album Steve Skaith endlich den Erfolg beschert, den seine Musik schon lange verdient, bleibt abzuwarten. Aber es wird sicher bisherige Latin Quarter Fans und hoffentlich auch ein neues Publikum faszinieren.<\/p>\n<p>Wir sprachen mit Steve Skaith \u00fcber sein neues Projekt&#8230;&#8230;<\/p>\n<p><strong>Das letzte Latin Quarter, Album &#8218;Bringing Rosa Home&#8216;, wurde vor sechs Jahren ver\u00f6ffentlicht. Warum gab es so eine lange Pause?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Pause war nicht meine Idee! So ist das halt manchmal im Musikgesch\u00e4ft. Nach &#8218;Bringing Rosa Home&#8216; sagte uns die Plattenfirma pl\u00f6tzlich das sie eine Hit-Single brauchen, falls wir auch weiterhin mit ihnen arbeiten wollten und anscheinend hatten wir keinerlei &#8218;Hit-Singles&#8216;. An diesem Punkt wollte ich nicht in der selben Welt und auf die gleiche Art weitermachen. Ich f\u00fchlte, dass ich eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung brauchte: Ich ging 1999 nach Mexiko. Selbstverst\u00e4ndlich h\u00e4tte ich gerne im ersten Jahr ein Album gemacht und es 2000 ver\u00f6ffentlicht. Aber es brauchte seine Zeit, erstens das Album aufzunehmen und dann eine Plattenfirma zu finden. Gott sei Dank, das Album kommt endlich raus und wir k\u00f6nnen mit dem n\u00e4chsten weitermachen. Hoffen wir mal, dass es keine weiteren sechs Jahre dauert !<\/p>\n<p><strong>Der Bandname Latin Quarter ist vielen gut bekannt. Warum hast Du dich jetzt f\u00fcr den Bandnamen &#8218;Steve Skaith Band&#8216; entschieden?<\/strong><\/p>\n<p>Ich wollte einen neuen Anfang machen. Da Richard Wright an dieser Platte nicht beteiligt ist, w\u00e4re es schwierig zu sagen, dass das Latin Quarter sind. Der Proze\u00df und die Musiker waren sehr verschieden, selbst wenn das Endergebnis nicht weit von Latin Quarter entfernt ist. Auch aus kommerzieller Sicht dachte ich, dass dies besser w\u00e4re: das 7. Latin Quarter Album w\u00e4re weniger interessant, nehme ich an, als das erste Album eines neuen Projektes mit der eingebauten Story \u00fcber einen englischen Songschreiber, der nach Mexiko ging. Wir werden ja sehen, ob das stimmt.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcrdest Du sagen, haben die anderen Bandmitglieder auf dem Album bewirkt?<\/strong><\/p>\n<p>Nun, im allgemeinen geben sie dem Album die mexikanische\/Latin W\u00fcrze (mit Instrumenten und einigen Rhytmen). Ich hoffe, dies unterscheidet das Album ein bi\u00dfchen von anderen britischen Singer\/Songwriter Projekten.<\/p>\n<p>Genauer gesagt.: Bevor es eine Band gab, war da Javier &#8211; der Gitarrist &#8211; und wir arbeiteten eine Menge an einigen der Songs als Duett, spielten in Bars usw. Was er beisteuerte ist klar: Riffs. Mit der Ausnahme von &#8218;Radio Africa&#8216;. Ich denke, er h\u00f6rte nie irgendeinen Latin Quarter Song. Wenn man ihn so spielen h\u00f6rt bei &#8218;Race Me Down&#8216;, &#8218;Model Son&#8216; oder &#8218;The Spearcarrier&#8216;, dann hat er keine Ahnung wie die Originale klangen. Er hatte die Idee zu diesen Riffs, die man in den neuen Versionen h\u00f6ren kann. Wir arrangierten auch &#8218;Lucky Man&#8216; zusammen, wo zwei musikalische Traditionen zusammentreffen.<\/p>\n<p>Der Bass-Gitarrist Beto und der Drummer Hugo brachten Solidit\u00e4t. Aus technischen Gr\u00fcnden mu\u00dfte Beto alle seine Parts nochmals einspielen, obwohl der Rest von uns schon lange fertig war. Er kam ins Studio, steckte den Stecker rein und machte alles bei der ersten Aufnahme.<\/p>\n<p>Hugo hat inzwischen die Band verlassen und wir haben einen Neuen, Ricardo Serrano, der mit uns spielt. Er und Beto sind gro\u00dfartig zusammen und ich denke, dass das n\u00e4chste Album (wir haben bereits mit den Proben begonnen) mehr Rhytmusabschnitte haben wird als &#8218;Mexile&#8216; und wahrscheinlich auch ein bi\u00dfchen mehr lateinamerikanisch beeinflusst ist.<\/p>\n<p><strong>Woher stammt der Titel &#8218;Mexile&#8216;?<\/strong><\/p>\n<p>Direkt aus der Feder von Mike Jones. Es ist eindeutig ein Wortspiel aus zwei einfachen Worten: Mexiko und Exil, und bezieht sich auf mein Leben hier in Mexiko. Als er es vorschlug, wu\u00dfte ich sofort es ist richtig. Dennoch m\u00f6chte ich sagen, dass ich nicht versuche meine Situation hier zu dramatisieren. Ich bin kein politisch Verbannter oder Asylsuchender. Ich bin aus freien St\u00fccken hier.<\/p>\n<p>Trotzdem f\u00fchle ich mich manchmal weit weg von zu Hause und die Tastsache, dass ich nicht das Geld habe zur\u00fcckzukehren wann ich will, l\u00e4\u00dft es manchmal ein bi\u00dfchen aufgezwungen erscheinen.<br \/>\n(z.B.: Ich h\u00e4tte nichts dagegen jetzt in Europa zu sein, da &#8218;Mexile&#8216; ver\u00f6ffentlicht wird !!!)<\/p>\n<p><strong>Das Album klingt optimistischer als das letzte Latin Quarter Album. Ist es eine Widerspiegelung Deiner pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nde, des mexikanischen Einflusses oder beides?<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte keine Ahnung, dass &#8218;Mexile&#8216; optimistischer klingt als &#8218;Bringing Rosa Home&#8216; und werde dir wohl glauben m\u00fcssen. (Das ist mein Ernst.) Fakt ist, ich denke, ich war ziemlich niedergeschlagen als ich begann die meisten dieser Songs aufzunehmen, obwohl ich selten an den eigentlichen Aufnahmetagen deprimiert bin, da ich es so sehr liebe.<\/p>\n<p>Ich vermute mal, dieseFrage und meine (Nicht-) Antwort zeigen, wie wenig wir eigentlich davon wissen, wie unsere Musik auf andere Leute wirkt.<\/p>\n<p><strong>War die Aufnahme dieses Albums sehr viel anders als bei den Latin Quarter Alben? Wie war der Aufnahmeproze\u00df bei &#8218;Mexile&#8216;?<\/strong><\/p>\n<p>Es war anders. Wir begannen, bevor es \u00fcberhaupt eine Band gab &#8211; nur Javier und ich &#8211; und er beteiligte sich wirklich nur, wenn Gitarren-Parts zu spielen waren. Es war so wie in den Tagen vor Latin Quarter, als ich grunds\u00e4tzlich allein meine Demos machte. Ich liebe diese Freiheit. Mein erster Name f\u00fcr das Album war &#8218;Demo&#8216; und ich beabsichtigte es so unbearbeitet wie m\u00f6glich zu lassen. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt war ich ver\u00e4rgert \u00fcber das Musikgesch\u00e4ft und ich sah, wie sich diese langweilig klingenden Platten ausbreiteten, die alle so aufpoliert und nichtssagend waren.<\/p>\n<p>Als die Band ins Leben gerufen wurde, schien es eine gute Idee zu sein sie mit in die Aufnahmen einzubeziehen und als Javier einige wirklich moderne Aufnahmeger\u00e4te kaufte machten wir so weiter. Wir \u00fcbertrugen das gesamte Material der fr\u00fcheren Tonb\u00e4nder, \u00fcberarbeiteten einiges neu und f\u00fcgten den meisten Songs Bass und Drums hinzu. Es war nicht l\u00e4nger &#8218;Demo&#8216;.<\/p>\n<p>Die letzte Phase war die Songs mit Willy Levins in Los Angeles abzumischen. Das war mein Lieblingsteil. Er ist gro\u00dfartig, nicht nur als Mixer, sondern auch als Musiker, und er liebt es schnell zu arbeiten. Wir nahmen meinen ganzen Gesang auf und er f\u00fcgte einige Dinge hinzu. Er fand, dass die Platte noch ein bi\u00dfchen mehr Vielfalt bei den Instrumenten brauchen k\u00f6nnte und spielte E-Bow Gitarre bei einigen der Songs, verzerrte Javier&#8217;s Gitarre bei &#8218;Fake&#8216;, usw. Er hatte auch tolle Ideen wie sich die aufgenommenen &#8218;Click Tracks&#8216; (das Metronom, auf das die Musiker h\u00f6ren, um im Takt zu bleiben) mit dem Sound verbinden lassen und im Mix verwendet werden k\u00f6nnen. (H\u00f6rt euch &#8218;Model Son&#8216; und diese Percussions in der ersten Strophe an).<\/p>\n<p>Aus finanziellen Gr\u00fcnden und wegen der Suche nach eine Plattenfirma, dauerte dieser Proze\u00df fast 3 Jahre. (Brauchst Du eine Definition f\u00fcr Frustration? 2001 gab es das Album und es wartete nur darauf beendet zu werden.) Ich glaube, so etwas \u00c4hnliches passierte auch Latin Quarter in den 90&#8217;er Jahren. Jede einzelne Phase war trotzdem sehr schnell fertig, erste Aufnahmen wurden verwendet und das ist auch der Unterschied zu Latin Quarter. Richard Wright und ich arbeiteten zweifellos viel langsamer und \u00fcberlegter. Ich wei\u00df nicht, ob sich das im Klang der Platte widerspiegelt.<\/p>\n<p><strong>Haben Richard Wright oder andere Ex-Mitglieder von Latin Quarter &#8218;Mexile&#8216; geh\u00f6rt? Was halten sie davon?<\/strong><\/p>\n<p>Ich gab allen eine Kopie und ja, sie waren sehr freundlich in ihren Kommentaren. ( Ich nehme an, dass sie ehrlich waren.)<\/p>\n<p><strong>&#8218;Mexile&#8216; wird auf einem deutschel Label ver\u00f6ffentlicht, Pl\u00e4ne Records. Warum m\u00fcssen so viele britische Bands nach Frankreich oder Deutschland gehen, um ihre Platten zu ver\u00f6ffentlichen?<\/strong><\/p>\n<p>Momentan bin ich mit dem Musikbusiness nicht so vertraut, deshalb kann ich hier nur eine Vermutung anstellen &#8211; aber ich nehme an, es hat sich nicht viel ver\u00e4ndert. Das britische Musikbusiness ist besessen von Neuem und &#8218;Angesagtem&#8216;, w\u00e4hrend es auf dem europ\u00e4ischen Festland eine l\u00e4ngerfristige Loyalit\u00e4t und ein gr\u00f6\u00dferes Interesse an Bands gibt. Abh\u00e4ngig davon auf welcher Seite du dich befindest, kannst du Gro\u00dfbritannien vorwerfen flach und eher Sklave der Neuheiten als der Qualit\u00e4t zu sein; oder du kannst den Deutschen vorwerfen langsam, konservativ und immer hinter frischer, neuer Musik zu sein.<\/p>\n<p>Ehrlich gesagt, versuche ich nicht mehr viel \u00fcber das Musikbusiness nachzudenken. Ich bin froh diesen Deal zu haben und ich hoffe, die Leute in Europa bemerken, dass es die Platte gibt.<\/p>\n<p><strong>Wird es eine Tour zum Album geben?<\/strong><\/p>\n<p>Das hoffe ich doch und die Band hofft es sogar noch mehr! Sie brennen darauf Europa zu sehen. <br \/>\nIch denke, eine Menge h\u00e4ngt davon ab, wie die Reaktionen auf &#8218;Mexile&#8216; nach der Ver\u00f6ffentlichung sind. Ein Promoter wird absch\u00e4tzen wollen, welches Interesse die Leute haben uns live spielen zu sehen. Die Plattenfirma h\u00e4tte nat\u00fcrlich gerne eine Tour zum Album und wir haben auch schon vage \u00fcber den September gesprochen. Wenn es eine Tour gibt, dann werdet ihr die Ersten sein, die es erfahren.<\/p>\n<p><strong>Das &#8218;Mexile&#8216; Cover stammt von James Swinson, wie auch das Cover von &#8218;Modern Times&#8216;. Ich nehme an, Du bist ein gro\u00dfer Fan von ihm.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ein gro\u00dfer Fan und ein guter Freund. James hatte ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis zu allen Latin Quarter Mitgliedern und wir sind ihm alle sehr dankbar. Ich nehme an, dass er auch gl\u00fccklich ist mit uns gearbeitet zu haben &#8211; obwohl ich mir sicher bin, dass wir ihn in eine sehr ent\u00e4uschenden Zeit gest\u00fcrzt haben. Ich wollte nie irgendwelche offenen K\u00e4mpfe mit den Plattenfirmen oder dem Management austragen, so wie z.B. bei &#8218;Mick and Caroline&#8216;. Sie wollten beide einen neuen Fotografen, einen neuen Graphik Designer, einen neuen Video Direktor und wir machten das mit &#8211; James spielte nur noch eine kleine Rolle. Ich f\u00fchle mich ein bi\u00dfchen mitschuldig, wenn ich jetzt dar\u00fcber nachdenke &#8211; und es war ganz sicher nicht die beste Entscheidung in der Geschichte der Musikindustrie &#8211; nicht wahr? Das Gleiche bei &#8218;Long Pig&#8216;, er hatte ein viel besseres Cover, aber die Firma mochte es nicht und bestand deshalb auf ihr eigenes. Wir waren wieder damit einverstanden und James beschwerte sich nicht. Aber es ist bestimmt nicht immer leicht f\u00fcr ihn gewesen.<\/p>\n<p>Das &#8218;Mexile&#8216; Cover ist gro\u00dfartig und ich wei\u00df vom Latin Quarter Chat Club, dass die Leute es m\u00f6gen. Es ist sehr auffallend und die Leute werden es in den Shops bestimmt bemerken.<\/p>\n<p><strong>Was gibt&#8217;s als n\u00e4chstes?<\/strong><\/p>\n<p>Eine weitere Platte. Ich bedaure sehr, dass Latin Quarter so wenige Platten gemacht haben und es immer so eine gro\u00dfe Pause zwischen ihnen gab. Ich hoffe, dass wir mit Pl\u00e4ne Records eine wirklich stabile und langfristige Beziehung aufbauen k\u00f6nnen, die es uns erlaubt eine neue Platte mindestens alle 2 Jahre, wenn nicht sogar alle 18 Monate oder jedes Jahr, zu ver\u00f6ffentlichen! So k\u00f6nnen wir wirklich eine best\u00e4ndige Beziehung mit den Leuten aufbauen, die m\u00f6gen was wir machen. Tatsache ist, dass wir mit den Proben zu neuen Songs f\u00fcr das n\u00e4chste Album bereits begonnen haben und vielleicht auch in den n\u00e4chsten Wochen schon mit den Aufnahmen beginnen. Es klingt gro\u00dfartig. Ich denke, wir haben bereits sieben wirklich starke Songs und die Band m\u00f6chte auch unsere neue Version von &#8218;King For A Day&#8216; miteinbeziehen. Es gibt also keinen Grund zu glauben, dass wir bis Weihnachten keine weitere Platte fertig haben werden.<\/p>\n<p>Aber es ist alles von &#8218;Mexile&#8216; abh\u00e4ngig. Hoffen wir mal, &#8230;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach sechsj\u00e4hriger Abwesenheit kehrt Steve Skaith mit einer neuen Band und dem neuen Album &#8218;Mexile&#8216; (erschienen auf Pl\u00e4ne Records) zur\u00fcck. Der ehemalige Frontmann der englischen Popgruppe Latin Quarter tat sich mit Musikern in Mexiko zusammen und produzierte ein Album, randvoll mit eing\u00e4ngigen Melodien und intelligenten Texten. 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