{"id":1289,"date":"2002-12-20T18:13:16","date_gmt":"2002-12-20T18:13:16","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/lqmusic-wp\/unkategorisiert\/steve-skaith-mike-jones-on-modern-times\/"},"modified":"2021-08-28T01:28:05","modified_gmt":"2021-08-28T00:28:05","slug":"steve-skaith-mike-jones-modern-times","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.latinquartermusic.com\/de\/neu\/interviews\/steve-skaith-mike-jones-modern-times\/","title":{"rendered":"Steve Skaith &#038; Mike Jones zu &#8218;Modern Times&#8216;"},"content":{"rendered":"\n<p>Steve Skaith und Mike Jones &#8211; &#8218;Modern Times&#8216; Interview<br>Latin Quarter\u2019s Deb\u00fctalbum &#8218;Modern Times&#8216; aus dem Jahre 1985, wurde jetzt auf dem Cherry Red Label mit f\u00fcnf zus\u00e4tzlichen Bonustracks neu ver\u00f6ffentlicht. Aus diesem Grund gaben Steve Skaith und Mike Jones Radioafrica.co.uk ein Exklusivinterview. Da Steve Skaith in Mexiko und Mike Jones in Liverpool lebt, war es nicht m\u00f6glich beide zusammen zu interviewen, deshalb wurden sie getrennt voneinander befragt, ohne das einer die Antworten des anderen kannte. Erst danach wurde ihre Antworten f\u00fcr das vollst\u00e4ndige Interview kombiniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet Euch die Neuauflage von &#8218;Modern Times&#8216; bei Cherry Red Records?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.latinquartermusic.com\/assets\/images\/mike-jones-steve-skaith-live.webp\" alt=\"Latin Quarter Steve Skaith and Mike Jones\" class=\"wp-image-9669\" title=\"\"><figcaption>Steve Skaith und Mike Jones<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mike Jones: Es bedeuted eine ganze Menge. Wenn eine Plattenfirma denkt, dass die Neuver\u00f6ffentlichung eines 17 Jahre alten Albums ein kommerzieller Erfolg sein k\u00f6nnte &#8211; warum nicht . Und man glaubt es nicht, dass es schon 17 Jahre her ist !!! ( Ich f\u00fchle mich wie Les von Cr\u00e8me Brulee!)<br>Steve Skaith: Nun, es war eine sch\u00f6ne \u00dcberraschung. Es ist gut daran erinnert zu werden, besonders zu einer Zeit, in der ich versuche wieder Fu\u00df zu fassen und mein neues Album &#8218;Mexile&#8216; zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie denkt ihr nach so vielen Jahren \u00fcber das Album?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Ich denke immer noch sehr positiv dar\u00fcber, es scheint noch immer kein schwacher Moment darauf zu sein.<br>Steve: Ich habe eine gro\u00dfe Schw\u00e4che daf\u00fcr. Die Jahre, in denen wir es schrieben und die ersten Demos machten, waren f\u00fcr mich wirklich gro\u00dfartig und kreativ &#8211; ich habe so viel \u00fcber Musik gelernt. Jedoch ich w\u00fcnschte, es w\u00e4re lieber in den 60&#8217;er Jahren gemacht als in der Mitte der 80&#8217;er Jahre, weil ich denke, dass die meisten Platten aus der Mitte der 80&#8217;er Jahre ziemlich schrecklich klingen: die ganzen Synthesizer und Effekt-Maschinen und &#8218;Modern Times&#8216; ist definitiv eine Platte aus dieser Zeit!<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Songs auf &#8218;Modern Times&#8216; sind Eure eigenen Favoriten und welche nicht so?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Das klingt vielleicht ziemlich eitel, aber ich kann es nicht sagen. Nochmals, es gibt keine schwachen Momente, keine schlechten Songs. Es gibt Produktionsstreitfragen, welche wir damals nicht l\u00f6sen konnten. Ich h\u00e4tte gerne irgendeinen Guru der erscheint und die Probleme l\u00f6st, aber es sind nur Kleinigkeiten (der Drum Sound bei &#8218;No Ordinary Return&#8216;, zur\u00fcck zum B-Seiten Synthesizer Sound f\u00fcr &#8218;Eddie&#8216;, eine echte Hammond bei &#8218;Truth About John&#8216; mit mehr Bedeutung &#8211; das hei\u00dft, mehr wie &#8218;Highway 61&#8216; und kein Saxophone in &#8218;America for Beginners&#8216;!!!)<br>Steve: Ich glaube mein Favorit ist entweder &#8218;America for Beginners&#8216; oder &#8218;No Rope as Long as Time&#8216;. Es ist wegen des Prozesses diese zu schreiben. Ich erinnere mich an einen sp\u00e4ten Samstag abend, als ich in meinem Zimmer das erste mal &#8218;America for Beginners&#8216; aufnahm. Als ich diese hohen Backing Vocals zuf\u00fcgte haute mich der Effekt echt um. &#8218;No Rope&#8216;- weil ich mich happy f\u00fchlte wenigstens einen Text geschrieben zu haben, der mit all dem Material mithalten konnte, welches Mike mir Woche f\u00fcr Woche schickte.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Musikkritiker sind der Meinung, dass viel Musik aus den 80&#8217;er Jahren zu k\u00fcnstlich und zu `synthesized\u00b4 klingt, aber &#8218;Modern Times&#8216; scheint diese Fehler besser als andere vermieden zu haben. W\u00fcrdet Ihr dem zustimmen?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Ich denke schon &#8211; das ist ein faszinierendes Diskussionsthema. Jetzt arbeite ich in einem Musikbereich, wo mir sehr bewu\u00dft wird, wie wenig ich eigentlich von Musik verstehe und wie es funktioniert. Zum Beispiel: Letzte Nacht begann ich mir einen Film anzusehen und das Erste was mir dabei in den Sinn kam war, wie es so in den 80&#8217;er Jahren war &#8211; der Film war von 1987. Der Synthesizer- und Drum-Machine-Sound des Soundtracks war schrecklich, absolut scheu\u00dflich, dennoch, zu dieser Zeit wollten sie fortschrittlich sein. Latin Quarter wurden schlie\u00dflich viel zu Synthesizer-abh\u00e4ngig (Ich denke wir hatten einmal 5 Keyboards auf der B\u00fchne), deshalb waren die sp\u00e4teren Inkarnationen (die weit weniger erfolgreichen Latin Quarter von Anfang bis Mitte der 90&#8217;er Jahre) in vieler Hinsicht \u00fcberzeugender. Selbst den Fender Rhodes Piano-Sound habe ich nie gemocht. Da, wo die Instrumentierung und Performance von &#8218;Modern Times&#8216; betroffen ist denke ich, dass wir gl\u00fccklich dar\u00fcber waren, nicht zu viel von diesen sehr veralteten Sounds auf dem Album zu haben &#8211; dies war eher zuf\u00e4llig Im wesentlichen waren Latin Quarter eine konventionelle Rockband, die vergleichsweise &#8217;nat\u00fcrliche&#8216; Keyboard-Sounds verwendete und nur Synthesizer benutzte, um den Klang von Piano und Orgel zu erzeugen.<br>Steve: Nein, ich stimme wirklich diesen Kritikern zu.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;Modern Times&#8216; wird gelobt als pure, musikalische Alchimie &#8211; ein Mix aus Reggae, Rock, Funk und Pop. Was waren die musikalischen Einfl\u00fcsse und warum solch eine gro\u00dfe Soundvielfalt?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Diese Frage kann wohl wirklich nur Steve Skaith beantworten. Aber ich bin froh, dass wir diese Vielfalt hatten. Sicherlich war dies niemals geplant und es war jedesmal eine Freude die Demos zu erhalten &#8211; sie h\u00e4tten nicht besser zu den Texten passen k\u00f6nnen. Das Songwriting war textgesteuert und Steve komponierte um den Text herum, so wie er es f\u00fcr am geeignetsten hielt. Unsere gr\u00f6\u00dften Streitigkeiten hatten wir, als ich nicht verstehen konnte, warum er eine spezielle Fassung f\u00fcr passend hielt &#8211; aber das war ziemlich selten.<br>Steve: Wie Du wei\u00dft, haben wir die Songs geschrieben bevor die Band gegr\u00fcndet wurde. So gab es auch keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine Single, einen Bandsound oder eine Ann\u00e4herung. Ich arbeitete als Songwriter f\u00fcr Chappell&#8217;s und deshalb vermute ich, dass wir f\u00fcr jeden Stil offen waren der zum Text oder zur Stimmung des Songs pa\u00dfte. Das eine grundlegende Ding war der Sinn f\u00fcr &#8218;Pop-Haken&#8216;, den die meisten Songs versuchten zu haben. Obwohl wir ohne einen echten Glauben an einen Mainstream-Erfolg begannen denke ich, dass es in diesem Pop-Sinn eine Ann\u00e4herung an den Mainstream gab.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen die Texte von &#8218;Modern Times&#8216; nach all der Zeit noch immer standhalten? Und auf welche Texte seid Ihr besonders stolz?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Ja, das k\u00f6nnen sie. Jedoch gibt es da eine gewisse Naivit\u00e4t, durch welche ich mich ein bi\u00dfchen unbehaglich f\u00fchle &#8211; die unklaren Anspielungen in &#8218;Toulouse&#8216;, eine gewisse Unausgeglichenheit in &#8218;Truth About John&#8216; und ich bin mir nicht sicher, ob &#8218;Cora&#8216; so eine gute Idee war &#8211; aber der Text enth\u00e4lt ein paar gute Passagen. Am stolzesten bin ich auf die Textsammlung &#8218;Long Pig&#8216;.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Q-Magazin Review von &#8218;Modern Times&#8216; sagte John Aizlewood, dass die Themen \u00fcberholt sind, aber nicht die Musik. Sind sie es wirklich? Betrachtet man die heutigen Probleme in Afrika und mit Bush im Wei\u00dfen Haus haben sich die Dinge ja auch nicht viel ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Ich denke, dass sich die Einzelheiten der Themen deutlich ge\u00e4ndert haben. Aber Du hast recht, heutzutage k\u00f6nnte ein neuer Songwriter ganz einfach einen Song an Hand von &#8218;Radio Africa&#8216; oder &#8218;America For Beginners&#8216; schreiben. Aber die Texte sollten nicht nur danach beurteilt werden. Ich w\u00fcrde immer noch jeden herausfordern bessere und brillantere Texte als auf den Latin Quarter Alben zu finden. Sie waren niemals moralisch oder Slogans, eher sehr sorgf\u00e4ltig geschriebene Analysen und Beschreibungen von Situationen.<br>Mike: Ich denke er hat beides &#8211; Recht und Unrecht! Die Welt dreht sich weiter, Zusammenh\u00e4nge ver\u00e4ndern sich, die Menschen bekommen mehr Informationen, Helden werden zu Bastarden (wie Mugabe!), Nebenbedeutungen verschieben sich usw. &#8211; das sind die Gefahren f\u00fcr jede politisch engagierte \u00c4u\u00dferung. Ich glaube &#8218;Modern Times&#8216; ist keine Kunst, weil Picasso&#8217;s &#8218;Guernica&#8216; auch nicht veraltet ist &#8230;. Das Seltsamste was ich geh\u00f6rt habe ist, dass ein Radiosender in Simbabwe fast jeden Tag &#8218;Radio Africa&#8216; spielt, aber vermutlich wegen der zustimmenden \u00c4u\u00dferung \u00fcber Mugabe. Ich sollte jetzt gegen Mugabe sein, aber der Text des Songs ist passend gewesen und zu einem anderen politischen Tagesordnungspunkt gemacht worden &#8211; ein bi\u00dfchen wie der Versuch der Konservativen die &#8218;Macht des Volkes&#8216; und die &#8218;Vorstellungskraft&#8216; zu rauben.&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;Radio Africa&#8216; ist der bekannteste Song des Albums. Obwohl es einige positive Ver\u00e4nderungen in Afrika gegeben hat, scheint die Situation heutzutage immer noch genauso schlecht zu sein. War die Botschaft des Songs &#8211; Hoffnung auf eine bessere Zukunft &#8211; unangebracht?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Hatte der Song eine Hoffnungsbotschaft? Nun ja, zu dieser Zeit dachten wir, dass gewisse Anf\u00fchrer wie Mugabe einen Kampf gegen die andauernde, kapitalistische Vorherrschaft in der Region leiten k\u00f6nnten, aber die Hoffnung auf ihn war definitiv unangebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcnf Bonustracks auf dem Album werden die Fans freuen, besonders da vier von ihnen bisher noch nicht auf CD erh\u00e4ltlich waren. Wie denkt Ihr \u00fcber die Songs, da sie ja doch das gesamte Gef\u00fchl f\u00fcr das Album ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Dazu habe ich keine besondere Meinung. Ich liebe &#8218;Voices Inside&#8216; und ich bin gl\u00fccklich, es nach all den Jahren wieder zu h\u00f6ren. &#8218;This Side of Midnight&#8216; hingegen ist mehr zum Spa\u00df und ich w\u00fcrde es nicht vermissen, wenn es nicht auf dem Album w\u00e4re. Es ist live von einem Gig in Hamburg, als wir dummerweise unseren Drummer dazu aufforderten, es so schnell wie er nur konnte zu spielen. Er machte es und keiner von uns konnte wirklich mithalten.<br>Mike: Das ist definitiv eine strittige Frage. Selbst die US-Ver\u00f6ffentlichung von &#8218;Modern Times&#8216; war damals eine. Es ist ein Trend, nicht wahr? &#8211; sogar Love und The Byrds wurden auf diese Art ver\u00f6ffentlicht. Ich bin nicht ungl\u00fccklich dar\u00fcber, denn es ist eindeutig zu erkennen, wo das Original-Album endet. Dennoch bin ich von der Auswahl nicht beeindruckt &#8211; ich h\u00e4tte &#8218;Pyramid Label&#8216; anstelle des 12&#8243; &#8218;Modern Times&#8216;-Remixes bevorzugt, aber es war ja auf &#8218;Nothing Like Velvet&#8216;.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige der Bonus-Songs h\u00e4tten leicht in der Original -Ver\u00f6ffentlichung von &#8218;Modern Times&#8216; enthalten sein k\u00f6nnen. War es eine schwere Entscheidung diese Songs wegzulassen? Habt Ihr gute Erinnerungen, wenn Ihr die Songs wieder h\u00f6rt?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Eigentlich h\u00e4tten diese Songs nicht enthalten sein k\u00f6nnen, denn &#8218;Modern Times&#8216; wurde f\u00fcr Vinyl aufgenommen und nicht f\u00fcr CD. Auf Vinyl gab es eine Art \u00b440 Minuten` Aufnahmelimit, mehr ging nicht , ohne dabei etwas an Qualit\u00e4t oder Lautst\u00e4rke zu verlieren. Zumindest war dies damals die allgemeine Ansicht, obwohl ich mich daran erinnern kann, dass Elvis Costello versuchte dies in Frage zu stellen.<br>Mike: Ich hatte immer etwas andere Ansichten von dem was auf ver\u00f6ffentlichten Alben sein sollte und was nicht. Ohne eine Liste der Demos vor mir ist es sehr schwer zu sagen, was sonst noch auf &#8218;Modern Times&#8216; h\u00e4tte ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen &#8211; aber &#8218;Voices Inside&#8216; ist ein phantastischer Song und ich h\u00e4tte ihn sehr gerne auf einem Album gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 12&#8243; Version von &#8218;Modern Times&#8216; ist ein Beispiel f\u00fcr einen Remix, der sogar besser ist als die Originalversion. Seid Ihr mit den Remix-Versionen der Singles von &#8218;Modern Times&#8216; zufrieden gewesen? Wieviel Mitspracherecht hattet Ihr dabei?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Um die Wahrheit zu sagen, ich kann mich nicht mehr so genau an die Remix-Versionen erinnern. Ich denke ich fand sie auf eine Art interessant, aber wenn ich ganz ehrlich bin, nahm nicht viel Notiz davon.<br>Mike: Wir hatten viel zu wenig Mitspracherecht. Jeff Gilbert, der das Label leitete, machte zu viele herk\u00f6mmliche Dinge mit uns. Er sah Latin Quarter als neue Fleetwood Mac, als absoluten Mainstream mit riesigem Potential. Es ist selbstverst\u00e4ndlich erfreulich daf\u00fcr gehalten zu werden und er machte auch immer das, was er sagte &#8211; aber wir waren niemals diese Art von Band. Latin Quarter&#8217;s gr\u00f6\u00dftes Problem war, das wir nie erkl\u00e4ren konnten was wir eigentlich gewesen sind. Daher machten die Plattenfirmen ihre Versionen. Ich mag den Remix nicht, weil er teilweise ein Ergebnis von \u201edu mu\u00dft eine 12&#8243; Version haben&#8220; war &#8211; nun, warum? Es tat uns nicht gut, es kostete ein Verm\u00f6gen (was nat\u00fcrlich auch unseren Schulden zugerechnet wurde) und was noch schlimmer ist, es war eine andere Ver\u00f6ffentlichung. Ein weiterer Faktor, der uns so untergraben hat, war die st\u00e4ndige Ver\u00f6ffentlichung von Singles. Wir haben anscheinend wie eine verzweifelte Band gewirkt. Die einfachste L\u00f6sung w\u00e4re gewesen &#8218;Modern Times&#8216; zu streichen und mit einer Neuver\u00f6ffentlichung zu warten bis &#8218;Radio Africa&#8216; in den Charts ist. Die Tatsache, dass &#8218;Modern Times&#8216; in Gro\u00dfbritannien kein Hit-Album war, ist einfach irrsinnig.<\/p>\n\n\n\n<p>Toyah ver\u00f6ffentlichte eine beinahe identische Version von &#8218;America For Beginners&#8216; auf ihrem &#8218;Minx&#8216; Album. M\u00f6gt Ihr diese Version?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Nein, nicht weil sie so \u00e4tzend war, sondern weil es ein offensichtlicher Diebstahl des Produzenten war. Er hatte unsere Demos und wollte uns produzieren, tat es aber nicht. Dann gab er Toyah unsere Demo und die nahm sie dankbar an. Gott sei Dank wurde es kein Hit f\u00fcr sie!<br>Steve: Wir haben versucht diese Ver\u00f6ffentlichung zu stoppen, nicht weil wir sie nicht mochten, sondern weil sie kein Recht hatten sie zu ver\u00f6ffentlichen, bevor wir unsere Version drau\u00dfen hatten. Sie ver\u00f6ffentlichten trotzdem und wir k\u00fcmmerten uns nicht darum sie zu verklagen (was wir aber h\u00e4tten machen k\u00f6nnen). Der Produzent dieser Platte, Chris Neill, traf mich und war interessiert diesen Song (und &#8218;Radio Africa&#8216;) mit uns zu produzieren. Das geschah aber nicht und so nahm er die Demos und kopierte sie f\u00fcr Toyah. Nein, ich mochte die Art wie sie es sang nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nigel Gray, der f\u00fcr seine Arbeit an den Police Alben bekannt ist, produzierte &#8218;Radio Africa&#8216; und Pete Hammond den Rest des Latin Quarter Albums. Wie kam die Zusammenarbeit mit diesen Produzenten zustande?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Ich bin geneigt diese Frage weiterzuleiten. Ich h\u00e4tte mir gew\u00fcnscht, weiter mit Nigel zu arbeiten, aber nach &#8218;Radio Africa&#8216; machten wir einiges zusammen, was sich wirklich als schludrig und nicht \u00fcberzeugend erwies. Der springende Punkt war, das Nigel eine harte Zeit durchmachte, teilweise weil The Police ihn furchtbar neppten und er sich nur schwer damit abfinden konnte. Deshalb arbeiteten wir mit Pete weiter, einem befreundeten Ingenieur, der schon eine Menge mit unserem damaligen Keyboarder Steve Jeffries zusammengearbeitet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>So viele Bandmitglieder bei Laune zu halten, mu\u00df den Aufnahmeproze\u00df von &#8218;Modern Times&#8216; damals ziemlich schwierig gestaltet haben &#8211; besonders mit drei S\u00e4ngern. War dies der Fall und wer entschied, wer welchen Song singt?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Nein, bei &#8218;Modern Times&#8216; war das nicht der Fall. Wie ich schon sagte, wurde &#8218;Modern Times&#8216; haupts\u00e4chlich geschrieben bevor die Band gegr\u00fcndet wurde. Deshalb hatten wir auch eine klare Vorstellung davon, wie die Songs aufzunehmen sind. Ich glaube, die Probleme die du ansprichst, hatten wir eher sp\u00e4ter, beim gef\u00fcrchteten zweiten Album. Wer entschied, wer welche Songs auf &#8218;Modern Times&#8216; singt? &#8211; Ich denke, ich traf diese Entscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mike sagte in einem Interview, das jedes Latin Quarter Album eine Art Kompromi\u00df war. Welche Kompromisse mu\u00dftet Ihr bei &#8218;Modern Times&#8216; eingehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Ich glaube, da mu\u00dften wir die wenigsten Kompromisse eingehen. OK &#8211; wegen des Budgets bekamen wir nicht das &#8218;No Ordinary Return&#8216; das wir wollten und auch noch ein oder zwei andere Sachen (&#8218;Modern Times&#8216; h\u00e4tte noch ein bi\u00dfchen explosiver sein k\u00f6nnen). Aber im gro\u00dfen und ganzen denke ich, wir gingen ins Studio um das Album zu machen, egal was passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>James Swinson&#8217;s gro\u00dfartiges Cover gibt dem Album ein zeitloses \u00c4u\u00dferes und unterst\u00fctzte dadurch den reichhaltigen, musikalischen Stil. Dennoch, gab es keinen Druck, weil die Band nicht auf dem Cover der Singles oder des Albums war?<\/p>\n\n\n\n<p>Steve: Ich kann mich an keinen derartigen Druck erinnern. Ich glaube, die Plattenfirma war sehr gl\u00fccklich mit dem Cover. Ich wei\u00df, in Deutschland wollten sie, dass ich meine Z\u00e4hne machen lasse, aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzte Frage: Mike, Du sagtest uns vor einiger Zeit, das Du das Schreiben aufgegeben hast und das alles hinter Dir liegt. \u00c4ndert die Ver\u00f6ffentlichung vielleicht jetzt Deine Meinung?<\/p>\n\n\n\n<p>Mike: Es ist jetzt schon lange her, das ich einen Song geschrieben habe und ich bezweifele sehr, ob ich es \u00fcberhaupt noch kann (das ist nicht wie Fahrrad fahren!). Ferner fehlt mir die Motivation. Als Steve und ich anfingen zu schreiben, waren wir beide politisch aktiv und teilten einen speziellen, politischen Standpunkt. Ich bin niemals wirklich von der Marxistischen Theorie abgewichen, die erkl\u00e4rt warum die Welt so ist, wie sie ist. Ich bin aber sicher kein Aktivist mehr und der Ausspruch &#8218;ausgebrannt&#8216; kommt mir in den Sinn. Mein Problem ist, das ich jetzt in einem Musikfachbereich arbeite &#8211; ich unterrichte Musikindustrie und auch Songwriting &#8211; in dem ich von so vielen unglaublich talentierten Leuten umgeben bin und deshalb auch ein Teil von mir in Versuchung ger\u00e4t wieder zu schreiben. Nicht weil ich irgend etwas beweisen mu\u00df, sondern weil ich mich wieder daran erinnere, dass Musik zu machen eine angenehme Aktivit\u00e4t ist (oder es zu sein scheint).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mit Latin Quarter&#8217;s Verst\u00e4ndnis \u00fcber Erfolg weit schwerer zurechtgekommen, als die bedr\u00fcckenden Interviews mit mir verraten. Auch komme ich nicht mit dem Erfolg von Oasis zurecht, nicht weil ich mich dar\u00fcber \u00e4rgere oder glaube, dass das Latin Quarter h\u00e4tten sein k\u00f6nnen &#8211; das h\u00e4tten wir nicht, sondern weil es bedeutete, das Markus Russel in der Lage ist im Musikgesch\u00e4ft zu bleiben und ich war es nicht. Ich habe meine eigene Negativit\u00e4t satt. Die Welt bleibt ein herausfordernder und stimulierender Lebensraum. Unterrichten ist auf eine Art kreativ, aber vielleicht, nur vielleicht, kann ich wieder Freude am Schreiben finden &#8211; jedoch scheint es im Moment nur eine entfernte M\u00f6glichkeit zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steve Skaith und Mike Jones &#8211; &#8218;Modern Times&#8216; InterviewLatin Quarter\u2019s Deb\u00fctalbum &#8218;Modern Times&#8216; aus dem Jahre 1985, wurde jetzt auf dem Cherry Red Label mit f\u00fcnf zus\u00e4tzlichen Bonustracks neu ver\u00f6ffentlicht. Aus diesem Grund gaben Steve Skaith und Mike Jones Radioafrica.co.uk ein Exklusivinterview. 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