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Latin Quarter glauben, dass sie eine gute britische Popband sind. Was ist daran so ungewöhnlich, werden Sie sich fragen. Unter normalen Umständen, nichts. Dennoch, seit der ersten Veröffentlichung ihrer Single ‚Radio Africa‘, werden sie als eine schrecklich seriöse, politische Popband eingestuft. Aber wie Pat Thomas von Gitarrist Steve Skaith erfuhr, sind Latin Quarter tatsächlich zwei Bands in einer.

„Wir halten uns nicht für eine dogmatische, politische Band“ seufzt Steve Skaith – Gitarrist, Komponist, Mitbegründer und treibende Kraft bei Latin Quarter. „Klar mach ich mir Sorgen – ich hoffe jeder macht das. Aber wir sind nicht auf irgendeinem Kreuzzug. Wir wollen, dass sich die Leute durch unsere Musik gut fühlen. Trotzdem glauben wir nicht, dass wir deshalb Songs schreiben sollten, die nichts aussagen.“

Ohne jeden Zweifel, Latin Quarter sind diese neue Art von Band, wie es sie heutzutage überall zu geben scheint. Auf ihrer aktuellen LP, ‚Modern Times‘, werden sie keine ‚Moon-in-June‘ Texte finden, aber sie finden ihre Hit-Single ‚Radio Africa‘, zusammen mit anderen Songs – über Bergarbeiterfrauen, Veteranen des Falklandkrieges, John Lennon und der McCarthy-Hexenjagden in den 50er Jahren (bei denen Menschen, von denen man dachte sie sind ‚Un-Amerikanisch‘, vor Regierungsausschüsse gezerrt wurden und es wagten, sich selbst zu verteidigen).

Der Mann, der für ihre Texte verantwortlich ist, ist Mike Jones, der andere Mitbegründer der Gruppe. Aber auf der Bühne suchen sie ihn vergeblich. Er bleibt lieber zu Hause in Liverpool und schickt oft seine letzten lyrischen Schöpfungen, über ‚Ihrer Majestät’s Post‘, an Steve.

Die Band begann sich 1983 zu formen. „Wir mußten eine Band bilden, um die Songs zu spielen, die wir geschrieben hatten“, scherzt Steve. Seitdem wird diese siebenköpfige Band mit Elvis Costello und Robert Wyatt verglichen. Das ist wirklich ein ziemlich großes Lob und es gibt einige die sagen, dass diese besondere Art der politischen Popmusik das nächste ‚große Ding‘ sein wird. Aber Steve bleibt skeptisch.

„Ich glaube, dass Musik viel Macht hat, um Leute zusammenzubringen – das ist ihre große Stärke. Aber zu glauben, dass sie Dinge ändern kann, ist sehr naiv. Ich glaube, dass es immer Platz für alle Arten von Musik geben wird.“

„Die Musikpresse versucht immer gewisse Arten von Musik hervorzuheben, aber diese sogenannten ‚Trends‘ spiegeln sich selten in den Charts wider. Dort wird es aber immer Platz für eure Madonnas und eure Ozzy Osbournes geben.“

Latin Quarter machen ernstzunehmende Musik, jedoch wollen sie einfach nur als eine gute Popgruppe angesehen werden. Wie es mit den Nachdenklicheren inmitten der Popgemeinschaft oft der Fall ist, bleibt es ein Problem, ein Video zu machen das interessant ist und auch noch genau zum Geist des Songs paßt. Wie Steve verriet, war er nicht ganz so glücklich mit dem ersten Streifzug der Gruppe in die Videowelt.

„Ich will nicht kritisch sein, da wir damals mit den Ideen für das ‚Radio Africa‘-Video einverstanden waren. Ich denke, man wollte auf Nummer sicher gehen – aber wenn ich es mir recht überlege, war das keine so gute Idee. Es war OK, aber insgesamt denke ich, dass das Video ziemlich untergegangen ist und das ist eine Schande.“

„Neulich hatten wir einen Liveauftritt bei ‚Pebble Mill At One‘ (ein populäres britisches TV-Programm) und die BBC untermalte unseren Vortrag mit Ausschnitten aus dem Video und auch Bildern aus Südafrika, das war absolut brilliant. Ich möchte das unsere Videos in Zukunft wie dieses sind -direkter.“

Selbstverständlich sind Steve und die anderen Mitglieder bereits voller Ideen für ihr nächstes Video.

„Anfänglich hatten wir ziemlich wenige Ideen, aber vor kurzem trafen wir eine Menge interessanter Leute in den Staaten. Da gibt es einen Typen, der mit Francis Coppola arbeitete – Gott weiß wieviel er verlangen wird. Aber ich denke es stimmt – du bekommst das, was du bezahlst. Die Sache ist nur, wenn man ein geringes Budget hat, dann ist es sehr schwierig die Leute mit dem Talent und den Ideen dazu zu bringen, mit einem zusammen zu arbeiten.“

Man kann diese neue Art von Popstars mit sozialem Gewissen mögen oder auch nicht – es gibt im Moment genug von ihnen und die meisten werden nicht beachtet. Aber Latin Quarter sind ein bißchen anders. Sie haben die Chance, nicht länger bei einem geringen Budget zu bleiben.

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