Das neue Album von Latin Quarter kommt am 29.10.2021 und präsentiert eine Mischung aus neu geschriebenen Songs und frisch überarbeiteten Titeln aus den 1980er Jahren, die von der Band nie veröffentlicht worden waren. Die Demotapes dieser Stücke wurden überraschenderweise wieder entdeckt und inspirierten die Band so sehr, dass sie Teil des Albums wurden. Sänger und Gitarrist Steve Skaith dazu: „For me it felt good and it took me back not only to the 80’s but even to the 70’s. The song ‚Nightschool’ is about stuff we knew in Liverpool in the 70’s and the song ‚Mandela’s Ghost’ is a rewrite of the lyric ‚Che’s Ghost’. The original line ‚I saw Che’s Ghost on the Sierra Madre’ was the very first lyrical line that Mike Jones ever showed me, some years before I had even moved to London and Latin Quarter was even imagined”.

Musikalisch gesehen reicht Releasing The Sheep von Pop, über 1970er US-West-Coast-Einflüsse in einem Song wie „Keeping My Head“, Soul in „Make America Great Again“ und afrikanischen Rhythmen in „Mandela’s Ghost“ bis zu Folkrock- und Americana-Elementen reicht. Steve Skaith ist besonders gespannt auf die Reaktionen zum Stück „Your Last Show“, wie er ausführt: „It was originally written for the 1989 album Swimming Against The Stream but the record company and manager thought we had gone crazy. Let’s see what fans make of it after all these years”.

Die Texte gleich mehrerer Titel sind von der Black Lives Matter-Bewegung inspiriert. Der Anfang der 1990er Jahre geschriebene Song „That’s Why I Turned My Badge In“ war eine Reaktion auf die Polizeigewalt gegen Rodney King und ist heute so aktuell wie damals, wie Skaith sagt: „That song was written in the early 90s so not a lot has changed on the ground“. Auch in „Mersey Tales“ und „Equality not Revenge”, in dem es um weiße Privilegien geht, ist #BLM das bestimmende Thema.

Die erste Single „MAGA: A Very Stable Genius“ vom Album erschien rein digital schon 2020, als der Wahlkampf in den USA in den letzten Zügen lag. Andere Stücke wie „Another Day“, in dem der Protagonist sich nach Veränderung sehnt, dann aber lernen muss, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann, handeln von Gefühlen und persönlichen Beziehungen. Margaret Thatchers Privatisierungspolitik wurde in den 1980er Jahren Anlass für das Stück „Keeping My Head“ und bekam für das neue Album einen aktuellen Ansatz wie Skaith erzählt: „For this album the lyric has been tweaked to take a dig at streaming companies. They pay musicians so little but are difficult to boycott because it means you can disappear from public attention”.

Wer beim Albumtitel an befreite Schlafschafe denkt, liegt übrigens falsch, wie der überzeugte Atheist Steve Skaith ausführt: „The song ‘Releasing the Sheep’ imagines God deciding he has had enough with humanity, has given up waiting for us to create a decent world. He’s retiring, he’s going to bed (with a nod and a wink to Douglas Adams). I love this idea and it is part of a tradition of songs that imagine a frustrated God speaking about humanity (the best being ‚That’s why I love mankind’ by Randy Newman.) There is also the suggestion that God realises he wasn’t very convincing. That is a new twist I think.“

Überschattet wurde die Produktion von einem tragischen Todesfall: Bassist John Mckenzie verstarb im Juni 2020 an Krebs und Yo Yo Buys übernahm. Auf dem Album sind neben Steve Skaith außerdem Mary Carewe (Vocals und Backing Vocals), Steve Jeffries (Keyboards, Programming und Backing Vocals) sowie der mittlerweile in Brasilien lebende Schlagzeuger Martin Ditcham zu hören.