Latin Quarter | Long Pig

Bestes Album 1993  Peter Seeger Herausgeber des Good Times Musik Magazines

Bestes Album 1993  Claudia Wedeleit vom Good Times Musik Magazine

Drei Jahre ließen sich Latin Quarter nicht im Studio blicken, jetzt riskiert Sanftpfote Steve Skaith mit neuer Mannschaft ein Comeback. Doch keine Angst: "Long Pig" tönt alles andere als schweinemäßig. Der polierte Sound von Hits wie "Radio Africa" feiert friedvoll Wiederauferstehung, und auch das soziale Gewissen ist noch intakt: Mike Jones sorgt weiterhin für bissige Polit-Texte. Um die Fans zurückzugewinnen, können Latin Quarter aber ein wenig Schwein gebrauchen: Lediglich "A Better Helter Skelter" und die Ballade "Faith And Reason" erreichen Hochglanzformat. © Audio

Im Herbst 1985 trotzte das Londoner Septett Latin Quarter dem Retortenpop- Zeitgeist mit differenziert arrangiertem Folkrock und reflektierten Texten über Südafrika und andere politische Krisenherde. Den Songzyklus "Modern Times" nannte Stereoplay-Mitarbeiter Michael Schlüter in Heft 10/85 "ein Debütalbum, das seinesgleichen sucht". Und diese komplexe, subtile Musik erreichte seinerzeit auch noch hohe Chart-Plazierungen. Die Schaffenspause, die Latin Quarter 1990 nach dem dritten Album "Swimming Against The Stream" einlegten, ist nun beendet. Zur Kernband gehören heute nur noch Sänger Steve Skaith, Gitarrist Richard Wright und - quasi als "Stiller Teilhaber" - der Texter Mike Jones. Dafür ist die Gästeliste um so umfangreicher: Neben dem Sade-Drummer Martin Ditcham, Chris Reas Bassist Silvin Marc und den Bhundu Boys aus Zimbabwe bringen diverse Musiker mit Violine, Akkordeon, Saxophon, Klarinette oder Banjo (Klang- )Farbe ins Spiel. Die Themen, die der ehemalige Lehrer Mike Jones auf "Long Pig" anfaßt, sind wiederum heiße Eisen. Das beginnt beim Titelstück: Als "Long Pig" bezeichneten die Kannibalen laut Überlieferung die Weißen, weil deren Fleisch im Geschmack dem der Schweine ähnlich sei. Jones be- nutzt diese Metapher, um auf die Gefräßigkeit des zvilisierten Menschen hinzuweisen, der heute den Globus durch Zerstörung der Umwelt zum Kochen bringt und England bald in einen tropischen Sumpf verwandelt haben wird. Weitere Lieder befassen sich mit den Verführungsversuchen zweifelhafter religiöser Gurus ("A Better Helter Skelter"), dem Golfkrieg ("King For A Day"), Aids ("The Hoopoe") oder welkenden Titelbildschönheiten ("The Desert Rose"). Die Musik ist angenehm gedämpft, melodisch, typisch Latin Quarter. © Stereoplay

Am Album haben mitgewirkt

Latin Quarter
Mike Jones - lyrics and remote control
Steve Skaith - most vocals, some guitar, some keyboards, some programming
Richard Wright - some vocals, most guitar, most keyboards, and most programming

Special Guest
Yona Dunsford - backing vocals, vocals on "The Desert Rose"

Zusätzliche Musiker
Martin Lascelles : Additonal drum programming
Martin Ditcham : Drums and percussion
Willy Levins : Bass and E-bow guitar, raga bass on "The Long Pig"
Silvin Marc : Bass on "Phil Ochs" and "More Than A Trace"
John McKenzie : Bass on "The Long Pig"
Matt Cottam : Violin
Siobhan Culhane : Accordion and whistle
Steve Gregory : Clarinet, Saxophone
Johnathan Leathwood : Banjo
Aideen Curtis : TampuraGospel chorus on "Like A Miracle":
Samantha Smith, Mitzie Lewis, Andrea Encinas-Meade, James B. Coleman, Hildia Cambell and Basil Meade.
Arranged by Basil Meade

The Bhundu Boys:
Rise Kagona : Guitar
Shakespear Kangwena : Guitar
Kenny Chitsvatsva : Drums
Washington Kavhai : Bass

Produktion Gutschriften
Produced by Steve Skaith and Richard WrightEngineered and co-produced by Willy Levins
Additional Engineering: Martin Lascelles, Jock Loveband and David Browne
Mixed by Martin Lascelles with David Browne
Mastered by Arun Chakraverty

Gestaltungsarbeit
Cover Photos by Hartmut Bühler
Latin Quarter Photos by James Swinson
Design by Monika Vossenkaul
Art Direction by Alexej Werschbizkij & Uli Simon